Kein Schweizer Geld für die Kriege dieser Welt
Die Schweizerische Nationalbank, Schweizer Banken im Allgemeinen sowie auch verschiedene Pensionskassen investieren dort Geld, wo das moralische Gewissen von Schweizerinnen und Schweizern längst stopp sagt: Nämlich wenn es zur Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten kommt. Doch bei der kommenden Abstimmung geht es um mehr als Moral.
In rund drei Wochen wird die Schweizer Stimmbevölkerung erneut zur Urne gebeten. Nebst der äusserst wichtigen Konzernverantwortungsinitiative wird am 29. November auch über die Kriegsgeschäfte-Initiative abgestimmt an. Gemeinsam stehen diese Initiativen für eine gerechtere, friedlichere und umweltfreundlichere Zukunft.
Über Moral und Frieden
In dieser Abstimmung geht es unter anderem um Moral: Um die Moral von jenen Menschen, die bei Schweizer Banken Geld angelegt haben oder monatlich einen Teil des Lohns an ihre Pensionskasse abtreten. Es scheint absurd, dass dadurch – freilich ohne jegliche Absicht – die Herstellung von Waffen unterstützt wird. Dabei ist die Rechnung ganz einfach: Weniger Waffen führen zu weniger Leid und durch Kriege erwirktes Elend.
„Dabei ist die Rechnung ganz einfach: Weniger Waffen führen zu weniger Leid und durch Kriege erwirktes Elend.“
(K)eine Zukunft
Nachhaltiges Investieren muss das Ziel des Schweizer Finanzplatzes sein. Entsprechend könnte das heute höchst fragwürdig angelegte Geld morgen schon einen Teil der Lösung sein. Die von den Jungen Grünen mitlancierte Initiative zeigt sehr gut auf, dass Anlagen in Unternehmen, die sich auf ein Miteinander von Ökologie und Wirtschaft fokussieren, weit nachhaltigere Gewinne erbringen. Dem entgegengesetzt verursachen die Investitionen in die Herstellung von Waffen nicht nur in ihrer Herstellung Umweltschäden, sondern gehören – durch militärische und kriegerische Aktivitäten – auch in ihrem Gebrauch zu den Hauptverursachern von Treibhausgasemissionen, Feinstaubbelastung und Umweltkatastrophen.
Die Schweiz muss sich ihrer Rolle bewusst sein
Viele Menschen haben das Gefühl, dass die Rolle der Schweiz von den Unterstützerinnen und Unterstützern der Initiative völlig überschätzt wird. Diese Schlussfolgerung wird allerdings zu vorschnell gemacht. Einerseits sollte es die Schweiz als neutrales Land, das für diplomatische Lösungen einsteht und sich weltweit für die Einhaltung der Menschenrechte und Frieden einsetzt, besser wissen. Sprich, in der Schweiz sollten keine den eigenen politischen Bemühungen fundamental entgegengesetzte Finanzinvestitionen getätigt werden. Andererseits darf die Finanzkraft der Schweiz nicht unterschätzt werden. So ist die Schweiz die wichtigste Akteurin in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung und die Stadt Zürich liegt gemäss dem Global Financial Centers Index 20 auf Platz 14 der 108 weltweit wichtigsten Finanzmarktzentren.